• Ein Mann in Jeans-Jacke steht in einem Weizenfeld und schaut in die Ferne.

Geht uns der Reiz des Ungewissen verloren?

Manchmal ist es schöner und spannender, wenn man nicht genau weiß, wieso etwas so ist, wie es ist: Stichwort Ungewissheit. Das ständige googeln raubt uns die Basis für wilde Spekulationen und den Einsatz unserer Fantasie. Wie du deinen Alltag wieder mit etwas Magie füllen kannst, erfährst du hier …

  • Ein Mann in Jeans-Jacke steht in einem Weizenfeld und schaut in die Ferne.

Schnell, schneller … [error]

Heute muss nicht alles schnell gehen – heute geht alles schnell. Wir hasten und hetzen und taumeln stetig vorwärts. Alles ist gegenwärtig und muss allzeit abrufbar sein: Informationen, Daten, Skills, Wissen, Zeit. Wir sind flexibel, belastbar und denken stets zuletzt an uns selbst. Frei ist lediglich der Fall. Die ständige Erreichbarkeit, die ständige Verfügbarkeit hat uns längst eingeholt. Sie bestimmt unseren Tagesrhythmus, unser Privat- und Sozialleben. Was tun, wenn guter Rat langsam geworden ist?

 

Ein kleiner Junge tastet den Strand nach Muscheln ab.

Auf eigene Faust entdecken.

Unwissenheit ist schön

Als Kind erlebt man viele Momente, die einen offenbarenden Charakter haben: Den Osterhasen gibt es nicht und der Mann im Mond versteckt sich auch andauernd …

Es scheint banal, aber mit fortschreitendem Wissenszuwachs entzaubert sich die Welt eines Kindes. Die Welt der Erwachsenen verliert ihren Reiz durch die ständige Verfügbarkeit von Informationen – alles ist stets nur einen Klick entfernt.

Wissen, Informationen und Daten bringen uns weiter – keine Frage, nur ist es zu Zeiten wundervoll, sich in eine bewusste Unwissenheit zurück zu begeben, um die Welt wieder ein bisschen mit der eigenen Fantasie zu füllen.

Unser Such(t)verhalten

Du befindest dich in einer fremden Stadt und kennst den Weg nicht – du googelst. Lernst du dabei jemand kennen? Nein. Dein Freund erzählt dir von einer Elefantenart, deren Paarungstrieb durch Heavy Metal positiv beeinflusst wird – du googelst. Hat er geflunkert? Ja. Hast du gelacht? Nein. Du kennst das Rezept von Omas Marillenknödel nicht, richtig – du googelst. Waren sie lecker? Ja, doch wartet deine Oma immer noch auf einen Anruf von dir.

Suchmaschinen wie Google liefern uns auf Befehl die von uns benötigte Information – was praktisch, bequem und gut ist. Bei näherer und weniger rationaler Betrachtung entpuppt sich das Ganze jedoch als schmerzvoller Verlust! Unser Such- oder auch Suchtverhalten beraubt uns der Gegenwart, stiehlt uns Momente, die sonst geschehen wären und erlaubt es uns, ein sorgloses Leben in der Comfort Zone zu führen, ohne dass wir uns weiterentwickeln müssten.

„Im Leben und bei der Suche nach guten Inhalten geht es darum, sein Glück im Chaos und der Unvorhersehbarkeit zu finden. Es geht um Zufallsfunde und Ratschläge unter Freunden. Es geht um all die kleinen Dinge, die Technik in Zukunft unmöglich machen will.“ – von Tariq Krim

Eine Frau sitzt im Bett, trinkt Kaffee und lehnt an der Wand.

Einfach mal Kaffee statt Smartphone.

Ein Plädoyer für die bewusste Unwissenheit

Es geht nicht darum, Wissen zu verdammen oder der kindlichen Unwissenheit hinterher zu trauern. Es geht um die bewusste Unwissenheit: Einfach mal die Freunde Quatsch erzählen lassen und drüber lachen; hin und wieder ein Lebewesen nach dem Weg fragen und es womöglich dabei kennenlernen; ein dir empfohlenes Buch zu lesen, ohne zuerst das Internet nach Kritiken zu durchforsten – es wird schon einen Grund geben, wieso Franz es dir empfohlen hat. Es sind Moment und Erfahrungen, Perspektiven und Anschauungen, die du so sammelst und die dich in deinem Leben und deiner Fantasie weiterbringen werden.

Slow down, you crazy child.
Take the phone off the hook and disappear for a while.
It’s all right you can afford to lose a day or two.
When will you realize Vienna waits for you?

Aus: Vienna by Billy Joel

Leg dein Smartphone weg und schau dem Wald beim Wachsen zu

Es ist immer leicht gesagt, man solle einfach das Smartphone ruhen lassen und nicht ständig darauf schauen. Aber Dinge sind im Allgemeinen spannender, wenn wir auch irgendwas dafür bekommen oder wenn es einen Anreiz gibt, den es sich lohnt zu erreichen.

Die App Forest beispielsweise wurde entwickelt, um dich produktiver zu machen, indem du dein Smartphone für eine vorher bestimmte Zeit nicht verwendest. Gelingt es dir während der vorgegebenen Zeit, keinerlei Apps zu verwenden, so wächst auf deinem Bildschirm ein wunderschöner graphisch animierter Wald, welcher immer größer und tiefer wird, je länger du es aushältst, dein Smartphone nicht zu benutzen.

Spüre das Leben.
Mit Römerquelle

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