• Ein riesiges Feld mit saftig-grünen Weinreben.

Raw Wine: Nachhaltiger, ungebändigter Geschmack

Seit den frühen 80er Jahren stellt eine Handvoll Winzer naturbelassene Weine abseits des Mainstreams her. Sie arbeiten nicht nur nachhaltig, sondern verzichten auch auf die herkömmlichen Zusatzstoffe und chemischen Verfahren. Sie nennen ihn Raw Wine, Natural Wine, Naturwein oder auch Landwein. Was macht ihn so besonders und wieso lohnt es sich, ihn zu probieren?

  • Ein riesiges Feld mit saftig-grünen Weinreben.

Neugierig betrachtest du den Weinbecher, den dir der Winzer soeben gereicht hat. Er sieht anders aus als der Wein, den du sonst trinkst. Er ist trüb, ein bisschen wie naturbelassener Apfelsaft; etwas dickflüssiger und die Farbe ist intensiver als bei herkömmlichem Wein. „Trink, trink – das ist gut! Du wirst es nicht bereuen“, ermutigt dich der etwas ältere Mann neben dir. Für ihn ist es nicht das erste Mal – er kommt öfters auf ein Glas Raw Wine vorbei. Du nimmst einen Schluck und wunderst dich noch: Was ist das eigentlich, Raw Wine?

Vier Frauen unter einem Baum trinken Wein.

Text: Einen guten Wein genießt man am besten mit Freunden.

Reiner Wein – oder doch nicht?

Wein wird aus Trauben gemacht und Wein ist ein Naturprodukt – das ist eine sehr romantische und leider falsche Vorstellung. Allein in der EU kennt die industrielle Weinproduktion über 50 zugelassene Zusatzstoffe und technische Verfahren. Es wird geklärt, geschönt, gefiltert und sterilisiert. Zucker, Säure und Tannin gleichen Jahresunterschiede aus. Zuchthefe sorgt für ein konstantes Aroma und Enzyme gewährleisten eine stabile und kontrollierte Gärung. Auf den Etiketten erfahren wir nichts von all dem – einzig der Schwefeldioxidgehalt muss genannt werden.

Bunte Vielfalt gegen konventionelle Gleichheit

Es geht auch anders. Gelangweilt und enttäuscht von der industriellen Gleichheit, der Verwässerung von Aromen und dem Verlust von Echtheit, stellen Winzer unter den Begriffen „Raw Wine, Natural Wine und Orange Wine“ unbehandelten und naturbelassen Wein her. Bereits seit 1980 verzichten sie auf chemische Verfahren und ergänzen so die triste Gleichheit der Industrie mit einer bunten Vielfalt an Geschmack und Charakter.

Natural Wine Movement

Isabelle Legeron ist eine von ihnen. Sie ist die Autorin von „Natural Wine: An introduction on organic and biodynamic Wine made naturally“, Gründerin des Natural Wine Movements und Pionierin der naturbelassenen Winzerei. Für sie ist Raw Wine mehr als nur naturbelassener Wein: Es ist eine Lebenseinstellung, es ist biologisches und nachhaltiges Arbeiten; ein Anspruch an die eigenen Fähigkeiten, denn wer ohne Chemie arbeitet, muss extra gründlich vorgehen und darf keine Fehler machen. Doch wer sich die Mühe macht, wird mit einem einzigartigen Ergebnis belohnt, denn Raw Wine steht für ungebändigten und reichen Geschmack. Er ist roher, wilder und erdiger, kann trüb sein und riecht oft ganz anders als er tatsächlich schmeckt.

Kurzum: Er ist etwas für Entdeckter und Experimentierfreudige, denn kein Raw Wine gleicht dem anderen. Und sollte dir der naturbelassene Wein anfangs noch zu intensiv sein, dann spritz ihn doch einfach mit etwas Römerquelle Mineralwasser.

Weinreben

Biodynamischer Weinanbau erhält die Lebendigkeit der Trauben.

Weinanbau im Einklang mit der Natur

Raw Wein darf in Österreich nur in biodynamischen oder bio-organischen Winzereien hergestellt werden. Diese verzichten auf den Einsatz von chemischem Dünger und synthetischen Pflanzenschutzmitteln. Der Winzer greift so wenig wie möglich in das Wachstum des Weines ein und sichert so die biologische Vielfalt seiner Landwirtschaft. Das ist gut für den Wein und schont die Umwelt.

Der Händler deines Vertrauens

Nun willst du ihn auch ausprobieren? Dann schau doch mal hier – oder dort, sonst gerne auch hier. Wir wünsch dir ein freudiges Testen und Ausprobieren. Also dann: zum Wohl.

Mehr zum Thema Wein findest du auf unserem Blog. Werde zum Beispiel zum Sommelier und lerne alles Nötige über Wein.

Spüre das Leben.
Mit Römerquelle.

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